Schulen sind mit Konzept zu planen

Aufgrund der Rückkehr zum G9 und den steigenden Schülerzahlen steigt auch der Raumbedarf der Schulen – nicht nur bei den weiterführenden Schulen im Landkreis Oberallgäu, sondern auch bei den Schulen in Kempten.

Nachdem die Schulen von den Städten Sonthofen und Immenstadt sowie der Marktgemeinde Oberstdorf in die Sachgebietsträgerschaft des Landkreises übergeben wurden, wird dieser über 120 Mio. Euro in die Schulstandorte investieren müssen. Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Kempten wird hier kostengünstig und ohne pädagogischen Zweck oder Schülerorientierung gebaut. Im Allgäu-Gymnasium wird ein Beton-Anbau geschaffen, der nicht einmal Toiletten enthält.

Christina Mader äußerte sich in der Kreistagssitzung folgendermaßen dazu:

Die Entscheidung, die Kosten 50:50 zwischen Stadt und Landkreis im Falle des Anbaus des Allgäu-Gymnasiums aufzuteilen, ist gut. Wenn wir dies aber in einem Zweckverband tun würden, könnten wir bei den Planungen auch mitsprechen. Wir bauen hier der Zeit geschuldet sehr zügig und knapp geplant, die Dringlichkeit ist uns wegen des Abrisses des Pavillons bewusst. Deswegen stimmen wir auch zu. Wir beanstanden jedoch, dass es sich beim Anbau nur um Verwahrungsräume für Schülerinnen und Schüler handelt: Wir haben hier eine klassische Flurschule, von Lehrerinnen und Lehrern auch „Legebatterie“ genannt, ein Gang und davon vier Klassenzimmer weggehend.

Die Flurschule kennt jeder – die laden zum Rennen ein, nicht zum Lernen. Da gibt’s die Spielchen, wie weit kann ich das Mäppchen von Leon kicken, komme ich bis zum Gangende. Es gibt Wettrennen, auch gern mal mit einer Schubserei, um doch der erste im Klassenzimmer zu sein.

Wenn man das Ganze zwei Meter breiter planen würde, könnte man auch einfache Sitzgelegenheiten an den Wänden anbringen, die einen besseren Aufenthalt für die Schülerinnen und Schüler darstellen würden und auch zum Lernen, für Lerngruppen oder Stillarbeiten verwendet werden können. Die Königsegg-Grundschule in Immenstadt hat das umgesetzt – das geht brandschutztechnisch. Man kann auch eine „Legebatterie“ schüler- und lernfreundlicher gestalten. Andere Schulen versuchen eben genau diese Flursituationen aufzulösen, sie sanieren und bauen mit pädagogischem Konzept. Deswegen trifft es mich auch so, dass wir das jetzt schnell bauen müssen und nicht pädagogisch geplant.

Meine Bitte ist es deswegen, lassen Sie uns notgedrungen das so im Allgäu-Gymnasium umsetzen, vielleicht noch einen Meter Flurbreite reinverhandeln, aber die künftigen Schulen, vor allem im Landkreis, gut mit pädagogischem Konzept planen. Auch die Ausführung aller Schulprojekt im Holzbau ist uns ein großes Anliegen.

Dass wir Schulen gemeinsam gut planen können, hat auch der FOS/BOS-Bau in Kempten gezeigt.

Unsere Kinder sollten uns das wert sein!
 

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